Agile Missverständnisse: Experte im Nicht-Wissen

… oder: Warum wir Nussknacker brauchen!

Kennst Du das? Insbesondere im Beratungsumfeld wird nach sogenannten „Experten“ verlangt. „Haben Sie mal einen Experten für Thema X? Wir haben da so ein Problem und benötigen Beratung“, höre ich häufig, wenn uns Beratungsanfragen erreichen.

„Gestatten: Wir sind Experten im Nicht-Wissen“, liegt mir da als Replik auf der Zunge. Ich bekenne: Ich habe mich das bisher nicht getraut. Stattdessen schreibe ich lieber diesen Beitrag.

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Agile Missverständnisse: Schneller mit Agil

„Twice the work in half the time“, so heisst es an manchen Stellen. „Agil skalieren!“, hört man häufiger von Vertretern der unterschiedlichsten Skalierungs-Frameworks. Skalieren, das klingt so schön nach Fahrt aufnehmen. Nächste Haltestelle Hyperloop. Ich kann schon das Leuchten in den Augen der Unternehmen sehen, die Geschwindigkeit nun auf die gesamte Organisation ausrollen wollen.

Doch Ihr ahnt schon, dass da erneut ein Missverständnis lauert …

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Agile Missverständnisse: Das Ende der Velocity?

In Deutschland lieben wir Geschwindigkeit. Und Vorhersagbarkeit. Idealerweise bis auf die zweite Stelle nach dem Komma. Deswegen mögen wir auch den agilen Begriff der „Velocity“. Ja, ein Team, das nimmt so richtig Fahrt auf, wird gigantisch produktiv, und erledigt viel mehr in viel kürzerer Zeit. Auf dass die Time-to-Market ordentlich glüht. Doch leider gibt es da ganz viele Missverständnisse, die ich im Folgenden besprechen möchte. Mein Eindruck ist nämlich, dass die Velocity oftmals für andere Zwecke genutzt wird.

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Agile Missverständnisse: Der Servant Leader als Dysfunktion

Bei agiler Arbeit ist die maßgebliche Organisationsstrategie die Selbstorganisation, weil sie einer komplexen und dynamischen Umgebung besser gerecht wird als steuernde Ansätze. Damit fallen ein paar der klassischen Führungsaufgaben weg, denn Methode und Struktur der Arbeit braucht nicht mehr extern geliefert zu werden.

Die Interaktion mit der Aussenwelt – die Abhängigkeiten zu anderen Organisationsteilen, der Zugriff auf Ressourcen und nicht zuletzt alle die Dinge, die ein Team nicht selbst lösen kann – bleiben aber als Aufgabe erhalten. Das führte dazu, dass Servant Leadership zur dominanten Führungsstruktur in agilen Umgebungen wurde, die nicht zuletzt in der Rolle des Scrum Masters operativ verkörpert wird.

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Agile Missverständnisse: Die Rolle des PMO im Agilen

Arbeitet ein (Software-)Team erfolgreich agil, so wird dies schnell als Möglichkeit gesehen, das auf weitere Teams oder das gesamte Unternehmen auszurollen. Im klassischen Projektmanagement gibt es hier die Funktion des Project Management Office (PMO).

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Agile Missverständnisse: Der neue agile Manager

Selbstorganisation entsteht nicht von alleine, sie braucht Ziele, Kompetenzen, Kooperationsmuster und Methoden. Jeder agile Coach weiß das und viele haben die Erfahrung gemacht, dass man diese Dinge nicht voraussetzen darf, sondern die Umgebung dafür bereitstellen muss.

Weil das Team das ganz offensichtlich nicht von sich aus kann – denn dann wäre es ja bereits selbstorganisiert – muss das woanders herkommen. Aber was mache ich jetzt als agiler Coach? Die Kollegen überreden? Mühsam, und ich kann mich nicht darauf verlassen, dass sie es dann tatsächlich machen. Workshops? Zertifikate? Offizielle Firmenstrategien? Management-Statements?

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Agile Missverständnisse: Agile Coach Tribalism

Wenn der Agile Coach nur ein Team hat um dessen Wohl er sich kümmern soll, dann hat er Glück. Es gibt einen klaren Fokus, man kann sich kümmern, man kann für „sein Team“ sorgen und es gedeihen lassen. Eigentlich das perfekte Setup, mit dem man den größten Benefit realisieren kann.

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Agile Missverständnisse: Von Helden und Eiern

„Wir machen uns um Onkel Henry furchtbare Sorgen. Er denkt, er sei ein Huhn.“
„Na, warum schicken Sie ihn denn nicht zum Arzt?“
„Naja, das würden wir ja. Aber wir brauchen die Eier.“
— Douglas Adams: Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele: Dirk Gently’s Holistische Detektei

Agile Methoden setzen auf das Team, nicht auf die Individuen. Alles soll das Team entscheiden, alles soll das Team gemeinsam machen. Von Pair über Mob Programming, die meisten Dinge lasten auf mehr als einem paar Schultern. Als Metapher hat man sogar den Bus-Faktor gefunden: Wie viele Leute aus dem Team muss ich mit dem Bus überfahren, bis die Software nicht mehr weiterentwickelt werden kann?

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Agile Missverständnisse: Was Selbstorganisation nicht ändern darf

Wirklich agil bedeutet doch auch, dass man alles ändern kann. Da ist auch Scrum schon zu dogmatisch, deshalb haben wir das abgeschafft und sind auf Kanban gewechselt. Wir releasen ohnehin die ganze Zeit, da ergeben die Iterationen keinen Sinn. Einen Product Owner haben wir ebenfalls nicht, das hat für uns irgendwie nicht gepasst. Scrum Master sind bei uns jetzt agile Coaches, aber davon brauchen wir auch nicht für jedes Team einen, wir haben jetzt praktisch für alle drei Teams einen.

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Agile Missverständnisse: Architektur entsteht emergent

Schon das agile Manifest hat eine klare Ansicht darüber, wo und wann Architektur entstehen sollte:

The best architectures, requirements, and designs emerge from self-organizing teams.

Also ist die Sache doch klar: Das Team entscheidet selbst über die Architektur, und die alten Mächte, die aus den Enterprise Architecture Boards die richtige Architektur aus der Ferne finden wollten, sind bezwungen. Endlich kann man selbst Hand anlegen und Architektur passiert dann, wenn sie gebraucht wird.
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