Über Rainer Korn

Rainer Korn ist beruflich seit Jahrzehnten im Dienste von Menschen unterwegs und arbeitet bei Mayflower als Agile Coach und Scrum Master. Er trägt gerne zur leichteren Verständigung bei und ist als ausgebildeter Mediator da zuhause, wo Widerstand und Konflikte auftauchen. Er ist dann zufrieden, wenn Menschen sich und andere besser verstehen.

Sinnvolles & konstruktives Feedback

Feedback erhalten wir quasi ständig – es ist ganz einfach eine Rückmeldung auf das, was wir sagen und tun. Das ist in der Regel wiederum eine Aussage oder ein Verhalten in irgendeiner Form. Ob jemand die Augen verdreht, mich anlächelt, „Du hältst dich wohl für klug!“ oder „Danke“ sagt, ich erhalte eine ungesteuerte, spontane Reaktion.

Feedback kann aber auch zielgerichtet und konstruktiv sein, wenn es von vornherein so angelegt ist. Wir können es nutzen, um uns selbst besser kennenzulernen und zu entwickeln. Von Natur aus sind wir nämlich nicht in der Lage, alle Aspekte unserer Persönlichkeit zu erkennen und umfassend einzuschätzen. Wir haben gelernt, einen bestimmten (eingeschränkten) Blick auf uns und unsere Umwelt zu werfen. Deshalb sind wir darauf angewiesen, uns in anderen zu spiegeln, um ein möglichst vollständiges Bild von uns und unserer Welt zu erhalten.

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Positive Leadership

Wenn du mal genau hinschaust: Welche Nachrichten liest du hauptsächlich in der Zeitung? Steht da, dass wir in der friedlichsten Welt aller Zeiten leben? Oder dass Tausende von Flügen problemlos verlaufen sind? Oder dass die Zahl der Mordopfer seit Jahren rückläufig ist?

Nein, da steht etwas von Kriegen, Flugzeugabstürzen und Amokläufen. Unsere Aufmerksamkeit ist mehr auf das negative, vermeintlich lebensbedrohende ausgerichtet als auf das, was gut läuft und unser Leben sichert. Das beschreibt der sogenannte Negativity Bias: Negative Reize kommen schneller im Gehirn an, werden stärker wahrgenommen und wirken länger als positive. Vermutlich dient(e) diese Verzerrung dazu, uns vor Gefahren zu warnen und so unser Überleben zu sichern.

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Authentizität in der Führung

Als ich mich das erste Mal als Führungskraft bewarb, musste ich durch ein Assessment. Ein Teil davon war auch ein Mitarbeitergespräch … so etwas hatte ich noch nie geführt. Also nahm ich mir Lektüre vor, um mich vorzubereiten. Darin stand etwas davon, immer mit etwas Positivem zu beginnen – Wertschätzung öffnet die Tür. Und so legte ich mir auch etwas vermeintlich Kluges für den Anfang zurecht, mit dem ich startete. Wie ging das wohl aus? Nun, ich habe aus nachvollziehbaren Gründen nicht bestanden …

Ganz einfach deshalb, weil ich nicht echt war. Ich habe mir Dinge aus dem Lehrbuch genommen, die auf dem Papier gut klangen. Die andere Leute empfohlen haben. Das sind aber nur Techniken, die ohne einen bestimmten Hintergrund nicht funktionieren: Sie brauchen Authentizität.

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Vergiss das Delta

Meine Mutter hat schon immer Wert darauf gelegt, ein frisch gekochtes und ansprechendes Essen für ihre Familie auf den Tisch zu bringen. Dafür setzt sie einiges an Energie ein – und es gelingt ihr meist ziemlich gut. Was bekommt sie wohl dafür zurück?

Du ahnst es vielleicht: Wenn es, wie fast immer, gut schmeckt, dann ist das Essen schnell verspeist – ohne weiteren Kommentar. Darüber gesprochen wird nur, wenn etwas nicht den Vorstellungen der anwesenden Esser entspricht.

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Verletzlichkeit als Führungskraft

Ich erinnere mich noch an ein Kommunikations-Training, das ich vor Jahren mit mehreren Auszubildenden gemacht habe. Sie hatten schon früh Energydrinks und Schokoriegel intus, aber ihre Beteiligung war mehr als gering. Und das in einem Training, das stark vom Mitmachen abhängig ist.

Sie schauten mich an, schienen aufmerksam, aber auf Fragen reagierten sie ungewohnt zögerlich und auch sonst waren sie ziemlich passiv. Ich zog all meine Register der Aktivierung, blieb aber erfolglos. Am Ende des ersten Tages war ich ratlos und frustriert. Was hatte ich falsch gemacht? War das Training so uninteressant für junge Erwachsene? Mochten sie mich nicht? Ich zweifelte an mir und wusste nicht weiter.

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