Interview: Leadership on all Levels

Am 26. Mai gibt es etwas Großes: Im Remote Open Space beschäftigt sich die Agile Usergroup Unterfranken (nicht nur) mit Agilisten aus ganz Deutschland mit dem Thema „Leadership on all levels – Führung in hochdynamischen Zeiten“. Doch was genau ist aktuell anders, und was können wir aus den letzten Monaten lernen?

Wir haben mit Maris und Björn, den beiden Organisatoren, gesprochen, um ein paar Geheimnisse zu lüften. Viel Spaß beim Entdecken – und wir hoffen, dass ihr euch am Dienstag ebenfalls mit euren Eefahrungen einbringen werdet.

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Wie seid ihr auf das Thema „Leadership on all levels – Führung in hochdynamischen Zeiten“ gekommen? 

Björn Schotte

Björn Schotte

Björn: Eines der Prinzipien aus Kanban ist „Leadership on all levels“. Also das Ermutigen der Mitarbeiter, Verantwortung zu übernehmen und in Verantwortung zu gehen. 

Leadership ist längst nicht mehr nur auf „höhere Ebenen“, sei es Teamleads, Head Ofs oder C-Levels beschränkt. Agilität wiederum bedeutet Reagieren auf Veränderung, meist durch verändertes Kundenverhalten oder veränderte Kundenbedürfnisse. Agile Rahmenwerke wie Scrum, Kanban, DAD, eXtreme Programming & Co. versuchen wiederum einen Rahmen zu geben, der handlungsleitend bei hoher Dynamik wirkt.

Maris: Fingerpointing @ Björn. Und im Ernst, es war tatsächlich seine Idee und sie ist gut! Das Thema kommt ja auch nicht ganz unvorhergesehen um die Ecke geschlichen … Es hat sich vielmehr in all den Gesprächen die wir führen und auch in unseren Remote Lean Coffees schon angedeutet, dass hier etwas kommt.

Ihr betitelt die aktuelle Situation als „hochdynamische Zeit“ – was genau meint ihr damit, bzw. was ist die Problematik?

Durch die externe „höhere“ Gewalt – die Pandemie – hat sich sehr vieles verändert.

Björn

Björn: Der Pandemie kann sich niemand entziehen. Durch diese externe „höhere“ Gewalt hat sich sehr vieles verändert. Das hat Auswirkungen auf das Kundenverhalten und damit auf das wirtschaftliche Ergebnis der Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen für Kunden anbieten.

Während vor der Pandemie das Internet mit seinen vielen Möglichkeiten als Treiber von Dynamik gesehen wurde, erleben wir jetzt eine zusätzliche Beschleunigung von verändertem Kundenverhalten, ausgelöst durch die Pandemie. Und das hat wiederum Auswirkungen auf die Art und Weise der Zusammenarbeit.

Maris: Man öffnet eine Internetseite – es ist fast egal welche – und wird direkt mit der Nase auf die momentane Situation gestoßen. Man ist vollkommen umhüllt von Sorgen, Problemen und Herausforderungen, die alle gerade betreffen. Für mich fühlt es sich an wie Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land, nur ohne alle die lustigen und positiven Effekte. Diese Spannung, die alles und jeden befällt. 

Das ist die Situation in der wir gerade leben. Hochdynamisch, eben.

Weshalb seht ihr in diesem Kontext vor allem das Thema „Führung“ als diskutierbar? 

Björn: Viele Diskussionen in der Community beziehen sich auf Tools und wie man im Team miteinander besser zusammenarbeiten kann, wenn jeder Einzelne im Team zusammensitzt. An einigen Stellen kommt die Frage auf, wie jetzt ein Scrum Master oder Agile Coach „nah“ beim Team sein kann.

„Führen aus dem Homeoffice“ ist nur ein Teilaspekt dessen, was man gerade betrachten muss.

Björn

Wenn man jedoch Führung ganzheitlich betrachtet, dann geht es auch um die Perspektive von Menschen, die außerhalb des Teams stehen: Eben die Team- und Bereichsleiter, die Head Ofs/C-Level, die ihrerseits Führen. „Führen aus dem Homeoffice“ macht hier die Runde, ist unserer Ansicht nach jedoch nur ein Teilaspekt davon.

Wie können wir das liefern, was unser sich nun stark verändernder Markt braucht? Und wie begleite ich hier im Team sowie außerhalb des Teams, spanne den Rahmen auf und ermögliche das Erarbeiten von Orientierung in Zeiten, in denen Orientierung deutlich schwerer geworden ist?

All diese Fragen sollen Leitfragen unseres Open Space sein. Und wenn sich möglichst viele Menschen in eben diesen unterschiedlichen Rollen zusammenfinden und miteinander austauschen, dann entsteht durch diesen Multiperspektiven-Blick auch ein ganzheitliches Lernen mit Impulsen, die sich jeder schon für den nächsten Tag mitnehmen kann.

Maris: Führen, Leiten, Anleiten, Motivieren, Coachen … all das sind Aktivitäten, die wir Menschen doch lieber in Persona erleben wollen. Jetzt ist unser Fenster in die Welt zwischen 13 Zoll und 32 Zoll groß und der Sound kommt vom Headset oder den kleinen Lautsprechern. Da bleibt immer etwas auf der Strecke. 

Wir müssen Wege finden, das zu kompensieren – oder zumindest aufzufangen. Darum ist Führung ein wichtiges Thema das man – gerade jetzt – diskutieren sollte. Für manche ist diese Zeit nur ein bisschen anders, da sie sowieso schon immer remote kooperiert haben. Aber ich denke für die Meisten ist es noch Terra Incognita (Neuland). Aber jedes Mal, wenn wir uns dazu austauschen, vertreiben wir die Unbekannten und fremden Dinge ein wenig mehr.

Wann und wo kann man sich bei Interesse zu diesem Thema austauschen? 

Der Open Space findet natürlich remote statt. Am Dienstag, 26. Mai 2020, starten wir ab 17:00 Uhr in den gemeinsamen Termin; das geplante Ende wird 20:30 Uhr sein.

Es ist genügend Platz für viele unterschiedliche Sessions zum Austauschen und Lernen. Wir führen dabei durchs Programm, geben Impulse und sorgen auch für eine gute Dokumentation der Ergebnisse.

Was ist ein „Open Space“? 

Open Space, oder Unkonferenz genannt, ist ein Veranstaltungs-Format, bei dem zu einem bestimmten Thema Menschen zusammenkommen und selbst das Programm gestalten. Deswegen auch Un-Konferenz.

Jeder bringt im Kontext des Oberthemas „Leadership on all levels – Führung in hochdynamischen Zeiten“ seine Session-Ideen mit, „pitcht“ diese vor allen Anwesenden und ordnet sich in der Agenda ein. Es gibt kein Muss, ein Thema mitzubringen oder zu halten. Manchmal kann es auch nur ein „Ich habe folgendes Problem, und brauche mal fünf bis sechs Leute, die mit mir das Thema besprechen und mir helfen“ sein – oder du nimmst einfach als Teilnehmer teil und bringst dich ein, ohne dass du ein Thema vorschlagen musst.

Danach geht es los, das Format einer Session ist unterschiedlich: Diskussion, Vortrag, „Ask-Session“ / „Hilfe, ich habe folgendes Problem …“.

Unser Fenster in die Welt ist jetzt zwischen 13 Zoll und 32 Zoll groß und der Sound kommt vom Headset oder den kleinen Lautsprechern. Da bleibt immer etwas auf der Strecke. Darüber wollen wir uns austauschen.

Maris

Der Open Space lebt von weiteren Prinzipien, zum Beispiel „Die, die da sind, sind die Richtigen“. Es gibt auch noch das Hummel-Prinzip, denn jeder kann frei zwischen den Sessions in der Agenda hin- und herspringen, wenn sie oder er sich auch an einer weiteren Session beteiligen möchte. Das ist völlig in Ordnung.

Wir werden mehrere parallele Session-Tracks haben und insgesamt vier aufeinander folgende Slots, so dass genügend Platz für den Austausch da sein wird. Über geeignete digitale Whiteboard-Tools haben die Teilnehmer die Möglichkeit, direkt mit aufzuschreiben, was in der Session so passiert – ganz wie in einer „echten“ face2face-Veranstaltung.

Maris Klein

Maris Klein

Das Besondere am Open Space: Dadurch, dass alle Teilnehmer entweder selbst Themen mitbringen oder in den einzelnen Sessions aktiv mitwirken (anstatt per Vortrag rein frontal beschallt zu werden), ist die Energie um ein Vielfaches höher als auf einer klassischen Konferenz. Das hat zur Folge, dass die Ergebnisqualität deutlich steigt.

Und wer noch nie bei einem Open Space dabei war: Auch das macht nichts. Wir sorgen dafür, dass sich alle wohl fühlen werden.

Insofern: Wir freuen uns auf jeden, der bei dieser großen und wichtigen Thematik mitmachen möchte!

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