Design the Product Box

Produktentwicklung ist ein Spiel mit vielen Variablen und Menschen – das macht sie spannend und herausfordernd. Kommunikation ist ein Schlüssel in diesem Spiel.

Ein Tool, um Kommunikation und Menschen auf freundliche Weise zu verbinden, ist die Methodik „Design the Product Box“.

Double Diamond: linke oder rechte Seite?

Bevor man sich mit der Product Box auseinandersetzt, ist es sinnvoll, sich mit seiner Persona, Empathy Map und dem Nutzerproblem auseinandergesetzt zu haben. Die Product Box ist daher stärker im Solution Space anzusiedeln; bspw. für Ideation rund um mögliche Lösungen.

Quelle

Eingebettet in einen Discovery-Prozess ermöglicht diese Methodik, vom divergierenden Denken in das konvergierende Denken zu wechseln. Dabei besteht die Möglichkeit, diverse Optionen zu entwickeln, zu erkunden und am Ende zu bewerten als auch auszuwählen.

Wo kommt es her?

Bekannt geworden ist diese Methodik im Jahr 2010 durch die Erwähnung im Buch Gamestorming, das von Dave Gray, Sunni Brown und James Macanufo publiziert wurde. Dort werden viele Techniken beschrieben, die auf visuellem Denken, Fragen stellen, Explorieren und Hinein-Fühlen („Improvisation“) basieren.

Das Buch enthält mehr als 80 sogenannte Spiele (also Methodiken), um neue Ideen, Erkenntnisse und Strategien zu entwickeln. Ziel ist es, Engagement und Kreativität zu fördern und gleichzeitig mehr Struktur und Klarheit in den Prozess zu bringen.

Wie funktioniert es?

Anstatt ein Brainstorming über das Produkt zu machen, macht man eines über die Verpackung. Wenn es dein Produkt im Geschäft zu kaufen gäbe: Wie würde die Verpackung aussehen? Wie würde sie potenzielle Nutzer überzeugen? 

Die Product Box dient der Visualisierung des Produktes und stellt Nutzen greifbar heraus. 

Die Product-Box-Methodik kann man natürlich auch beliebig erweitern, was bereits hier geschehen ist. Wie die Methodik genau funktioniert, könnt ihr bei den Erfindern direkt nachlesen.

Die können das viel besser erklären als ich. Was ich euch stattdessen berichten möchte, ist, warum diese Methodik so wertvoll ist.

Warum ist es eine wertvolle Methode?

Kein Blogartikel ohne Praxistipp. Warum empfehle ich diese Methode? Genau darin liegt mein Praxistipp, denn diese Methode erzeugt mühelos einen Mindset-Shift bei den Beteiligten.

In allererster Linie ermöglicht es Zusammenarbeit. „Design The Box“ ist eine kollaborative Übung zur Ideenfindung für neue Produkte oder um bestehende Produkte neu zu entdecken. Zudem ist es hervorragend geeignet, um Alignment von allen, crossfunktionalen Teammitgliedern als auch Stakeholdern zu schaffen. Die Unterschiede, die bei der Gestaltung der Product Box zutage treten, sind ein guter Indikator dafür, wie viel gemeinsames „shared mental model“ tatsächlich vorhanden ist.

Bei dieser Übung konzentriert man sich auf ein mögliches Endergebnis, sodass man das große Ganze automatisch in den Blick nimmt. Das ermöglicht eine auf Vision ausgerichtete Diskussion und stellt gleichzeitig den Mehrwert für den Nutzer in den Mittelpunkt. Denn am Ende der Methode verkaufen/pitchen die Einzelpersonen (oder Kleingruppen) ihre Product Box an die restliche Gruppe. Dabei werden aus mechanischen Feature-Beschreibungen automatisch echte Benefits. Es fokussiert die Diskussion auf den Outcome und überwindet somit den Fokus auf den Output. Deshalb ist es auch hervorragend für Inceptions geeignet.

Um den Punkt der Visions-Arbeit noch einmal aufzugreifen: Eine weitere sinnvolle Ergänzung ist die Methode des Elevator Pitch. Dieser fasst in einem Satz alle relevanten Eckpunkte eines Produkts zusammen. Hier zur Erinnerung das Template:

For [target customer] who [statement of need or opportunity] the [product name] is a [product category] that [key benefit, compelling reason to buy]. Unlike [primary competitive alternative] our product [statement of primary differentiation].

Die gestaltete Product Box kann sichtbar im Raum platziert werden und somit als konstanter Reminder zu Produkt oder Vision dienen. Der gemeinsame Prozess und das sichtbare Endergebnis steigern die Motivation und das Buy-in. 

Ich hoffe, ich konnte euch von der Nützlichkeit der Methode überzeugen! Was denkt ihr: Werdet ihr es einmal anwenden? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Ich bin gespannt!

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