Agiler Adventskalender: Impact Mapping

Agiler Adventskalender: Impact Mapping

Avatar von Helen Sedlmeier

Am 17. Tag unseres Agilen Adventskalender beschäftigen wir uns mit der Produktentwicklung und haben dabei eine Methodenempfehlung für Euch:

Wie kann ich sicherstellen, dass ich die Produktentwicklung wertstiftend ausrichte?

Eine mögliche und solide Antwort lautet: mit Impact Mapping.

Impact Mapping

Impact Mapping ist eine leichtgewichtige, kollaborative Planungstechnik, die auf ergebnisorientierter Planung und Mindmapping basiert. Impact Mapping geht auf Gojko Adzic, einem Softwareentwickler aus Serbien zurück. 2012 veröffentlichte er sein Buch „Impact Mapping: Making a Big Impact with Software, Products and Projects“. Wer einen unterhaltsamen Talk bevorzugt, der sollte sich seine Session Fast-track from Idea to Impact ansehen. 

Warum ist Impact Mapping sinnvoll?

Ziel beim Impact Mapping ist es, durch strategische Planung und eine klare Kommunikation im Laufe der Entwicklung bessere Entscheidungen treffen zu können, um so ein Produkt zu entwickeln, das einen Unterschied macht.

Für alle Product Owner besteht die Gefahr, dass sich ihr Product Backlog mit Product Backlog Items (PBIs) füllt, die keine Verbindung zu den ursprünglichen Nutzer- oder Geschäftszielen des Produkts haben. Eine Impact Map hilft, dies zu vermeiden. Denn Impact Maps ermöglichen es dem Product Owner, den Lieferteams als auch den Stakeholdern zu visualisieren und zu erklären, wie die Anforderungen mit den Bedürfnissen der Nutzer zusammenhängen und so auch den Geschäftszielen gerecht werden. Die kollaborative Planungstechnik hilft also, alle beteiligten Mitarbeiter und ihre Aktivitäten gemeinschaftlich an einem Geschäftsziel auszurichten.

Diese Klarheit schafft eine gemeinsame Denkplattform. Durch diese saubere Ausrichtung entsteht „Alignment“, welche wiederum Entscheidungsautonomie für die beteiligten Lieferteams schafft und die Stakeholder sinnvoll einbindet. Wenn ihr noch mehr Argumente benötigt, dann empfehle ich die Lektüre Why use Impact Mapping

Falls ihr Tipps benötigt, wie ihr zu Stakeholdern auch einmal „Nein“ sagen könnt, empfehle ich den gestrigen Beitrag unseres Agilen Adventskalenders.

Wie funktioniert Impact Mapping?

Die gute Nachricht zuerst: Die Methode ist sehr einfach zu lernen und anzuwenden. Man benötigt ein Whiteboard oder Flipchart (oder ein Miroboard). Zudem eignet es sich für einzelne Personen oder auch für Gruppen – dann natürlich mit Moderation.

Nun die schlechte Nachricht: Die Impact Map visualisiert den Weg vom Geschäftsziel zu den Ergebnissen. Alternative Wege, Prioritäten oder Überprüfung der Annahmen werden nicht explizit innerhalb der Methodik bearbeitet. Diese müssen selbstständig mitgedacht und im weiteren Verlauf der Produktentwicklung berücksichtigt werden.

Die Impact Map besteht aus vier Bereichen, die nacheinander betrachtet und ausgefüllt werden. Dabei soll eine lebhafte und gemeinschaftliche Diskussion entstehen. Nutzt sie, um Eure Sichtweisen auszutauschen und das kollektive Wissen rund ums Produkt einzubringen. 

Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel einer Impact Map:

Beispielhafte Impact Map
Quelle: Example impact maps

Der Aufbau einer Impact Map

Goal (Ziel)

Der Start einer Impact Map beantwortet die wichtigste Frage: Warum tun wir das? Oder was wollen wir erreichen?

Actor (Akteur)

Der erste Zweig widmet sich den Akteuren und gibt Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wer kann die gewünschte Wirkung erzielen?
  • Wer kann sie behindern?
  • Wer sind die Verbraucher oder Nutzer unseres Produkts?
  • Wer wird von der Lösung betroffen sein?

Dies sind die Akteure, die von der Lösung unterstützt werden müssen.

Impact (Wirkung)

Die zweite Verzweigung stellt die Akteure in die Perspektive des Unternehmensziels und beleuchtet folgende Fragen:

  • Wie sollte sich das Verhalten unserer Akteure ändern?
  • Wie können sie uns helfen, das Ziel zu erreichen?
  • Wie können sie uns behindern oder daran hindern, das Ziel zu erreichen?

Das sind die Wirkungen, die wir zu erzeugen versuchen. Die Auswirkungen beschreiben die gewünschten Ergebnisse der Akteure im Zusammenhang mit unserem Geschäftsziel.

Deliverables (Ergebnisse)

Die dritte Verzweigung verbindet den Impact mit möglichen Deliverables und beantwortet somit die folgenden Fragen:

  • Was können wir als Organisation oder als Lieferteam tun, um die gewünschten Auswirkungen zu unterstützen? Dies sind die zu erbringenden Leistungen, Softwarefunktionen und organisatorischen Aktivitäten.
  • Was wird die Lösung für die Akteure tun, um ihnen zu helfen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen?

Im Rahmen der Impact Map kann dies auf Epic-Ebene oder auch in seltenen Fällen bereits auf User Story Ebene geschehen.

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit ist Euch sicherlich aufgefallen, dass es nun mit dieser Vorarbeit auch mit der Vorlage zum klassischen User-Story-Format korrespondiert (As a <user> I want <what> because <value>). Das hilft Euch, die Epics entsprechend herunterzubrechen. 

Auf geht’s!

Mit dieser Methode habt ihr die Möglichkeit, während der laufenden Entwicklung bessere Entscheidungen zu treffen und die Produktentwicklung wertstiftender auszurichten. Dabei ist Impact Mapping nicht schwer zu erlernen und benötigt kein ausschweifendes Toolset.

Aber wie sieht es bei Euch aus: Habt ihr Impact Mapping schon mal genutzt, oder geht ihr anders vor? Wie ist Eure Erfahrung damit?

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