My Sweet Corona Bubble – Ergebnisse des Meetups

Bei einem der letzten Meetups der AgileUG durfte ich eine kleine „wie sah euer Corona-Jahr aus“-Umfrage machen – quasi eine Mini-Corona-Retro. Ziel war es, die Arbeitsrealität der Teilnehmer im vergangenen Pandemie-Jahr kennenzulernen und zu erfahren, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen und wie sich das Arbeiten in agilen Rollen und Teams in der Pandemie entwickelt hat.

Wer war dabei und wie lief es?

Die rund 30 anwesenden Teilnehmer beschrieben sich zu etwa der Hälfte als Scrum Master / Product Owner oder Agile Coach, während die andere Hälfte sich ganz gemischt zusammen setzte, z. B. aus aus den Bereichen Management oder Wirtschaftspsychologie.

Auf die Frage nach dem jeweiligen Team-Setup gab etwa die Hälfte der Teilnehmer an, in einem festen Team zu arbeiten. Die andere Hälfte verteilte sich recht gleichmäßig auf „stark wechselnde Teams“ und „außerhalb einer Teamstruktur“.

An dieser Stelle zunächst ein großes Danke! an alle Teilnehmer für die aktive und engagierte Teilnahme! Ohne diese hätte ich nur ein bisschen aus dem Mayflower-Nähkästchen plaudern können und es wäre eine sehr einseitige Veranstaltung geworden.

Außerdem funktionierte das technische Tooling für das Meetup ziemlich gut: Video und Audio waren – wie immer bei der AgileUG – über Zoom organisiert während die Umfrage selbst auf einem Miro-Board stattfand. Das Arbeiten mit den ~30 Teilnehmern war sehr angenehm.

Erkenntnisse aus der Umfrage

Die erste Frage bezüglich des vergangenen Pandemie-Jahres war: „Arbeitet ihr an einem anderen Ort als vor „Corona““? Wenig überraschend war beziehungsweise ist genau das für etwa zwei Drittel der Teilnehmer das der Fall: der Ort, von dem aus man arbeitet, ist ein Anderer. Die übrigen Stimmen entfielen fast alle auf die Option „teilweise ein anderer Ort“. Für lediglich zwei Teilnehmer hatte sich in Sachen Arbeitsort nichts verändert.

Auf die Frage der größten Herausforderung am Anfang der Pandemie – vor etwa elf Monaten, als der erste Lockdown startete – gingen die meisten Antworten in folgende Richtungen:

  • Zusammenarbeit mit Kunden: wie geht das in der neuen Situation ohne den persönlichen Kontakt? Welche Tools braucht es?
  • Wirtschaftliche Sorgen: wird „mein“ Unternehmen das durchstehen können?
  • Ausstattung des Homeoffice – sowohl technisch wie auch Tooling und Softskills für die Zusammenarbeit
  • Team-Entwicklung

Auch auf die anschließende Frage was aktuell die größte Herausforderung seit, gab es ein breites Feld von Antworten:

  • Sinkender Team-Zusammenhalt
  • Tool-Fragmentierung
  • Nicht alle sinnvollen Tools sind verfügbar
  • Zu großer Workload
  • Ausreichend Pausen machen
  • Perspektive fehlt / Durchhalten ist schwer

Die Herausforderungen, vor denen die Teilnehmer vor knapp einem Jahr standen, unterscheiden sich deutlich von den Aktuellen. Deshalb war die nächste Frage an die Teilnehmer, was die Maßnahmen, die bei der Lösung / dem Angehen der initialen Herausforderung geholfen haben, waren.

  • Coaching – sowohl technisch als auch in Richtung Selbstorganisation
  • Homeoffice-Ausstattung nachrüsten
  • Company-weite Strategien zum Umgang mit der Situation und komplette Transparenz gegenüber den Mitarbeitern
  • Neue Tools, Methoden und Prozesse, die es erlauben, die Real-Word-Formate nach Remote zu heben

Meine finale Frage an die Teilnehmer bezog sich auf die Zeit nach Corona – und war zweigeteilt: „Was wird die größte Herausforderung nach Corona? Was möchtest Du aus Corona mitnehmen?

Was möchtest Du aus Corona mitnehmen?

  • Remote first / Möglichkeit auf dauerhaftes Homeoffice
  • Die neue Meeting-Kultur (Timeboxen, keine langen Anreisen für kurze Termine)
  • Remote-Weiterbildung (z. B. Meetups)
  • Gegenseitige Unterstützung der Kollegen
  • (Anm. d. Red: Wir brauchen wieder mehr Good Morning, Sunshines!)

Was wird die größte Herausforderung nach Corona?

  • Die „neue“ Sichtweise und Arbeitsweise beibehalten
  • Verteilte Teams (Kollegen teilweise im Office bzw. im Homeoffice)
  • Kollegen wieder treffen „müssen“

Let’s talk

Basierend auf den gegebenen Antworten kristallisierten sich fünf Themen-Cluster heraus, zu denen sich die Teilnehmer in kleineren Gruppen anschließend noch etwas ausgetauscht haben:

  1. Homeoffice vs. sozialer Kontakt
  2. Remote-Kultur / verteilte Teams
  3. Technische Tools
  4. Zusammenarbeit mit Kunden
  5. Team Building

Was haben wir/ich gelernt?

Mein persönliches Fazit – sowohl aus Umfrage als auch aus der anschließenden Diskussion – ist, dass wie erwartet wenig unerwartete Auswirkungen von Corona durch die Umfrage zu Tage gefördert wurden. Aber die individuellen Auswirkungen und Ausprägungen der Herausforderungen wie auch der jeweilige Umgang mit ihnen war durchaus spannend und hat Impulse gesetzt. Wenn man dem Feedback der Teilnehmer glauben darf, ging das auch nicht nur mir so.

Etwas genauer gehen wir auf die Ergebnisse unter anderem auch am 09. März im Meetup des Culture Club ein: Darin werfen wir einen Blick auf dass vergangene Jahr und beantworten die Fragen aus unserer Sicht, um sie anschließend gemeinsam mit euch zu diskutieren.

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Über Katrin Schneider

Katrin Schneider ist Software-Entwicklerin, UXlerin und PO mit einem Faible für Frontend-Technologien. Damit prägen ihre tägliche Arbeit neben dem Entwickeln und Arbeiten in agilen Teams das Mitdenken und Beraten in der Produktgestaltung und -entwicklung. Ihr Antrieb ist die Freude am Verstehen von Nutzerbedürfnissen und fachlichen Anforderungen sowie die Möglichkeit, daraus gute Produkte zu entwickeln.

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