Was hat es mit diesen Barcamps auf sich?

Kommenden Monat soll es ja wieder ein Barcamp von uns geben. Für Softwareentwickler. Aber warum organisieren wir das eigentlich? Was haben Softwareentwickler davon? Und was ist für Firmen drin, die ihre Mitarbeiter für so ein Barcamp freistellen müssen? Ein paar Ansichten und Einsichten.

Herausforderungen in komplexen Softwareprojekten

In komplexen, vernetzten Situationen – also Umgebungen, wie sie in der Softwarewelt verstärkt anzutreffen sind – müssen oft genug mehrere Ziele gleichzeitig berücksichtigt werden, die sich auch durchaus widersprechen können. Mit dem eigenen Domänenwissen allein (also der Kompetenz auf dem individuellen Fachgebiet) kommt man hier nicht viel weiter.

Soll zum Beispiel ein neues Feature für eine Anwendung umgesetzt werden, müssen vielleicht technische Kosten mit dem erwarteten Nutzwert in Beziehung gebracht werden, die IT muss mit dem Controlling an einen Tisch und es wollen Argumente in gemeinsamer Sprache für ein gemeinsames Verständnis ausgetauscht werden. Oder vielleicht muss sich der Frontendentwickler mit einem Softwarearchitekten auseinandersetzen, ein Backendentwickler mit einem Spezialisten für User Experience, ein Webentwickler mit einem Mobile-Experten und so weiter. Und ebenso kann sich ein Teamleiter gemeinsam mit einem Scrum Master über Moderationstechniken austauschen oder der Product Owner mehr über die technischen Metriken der Entwickler im Projekt erfahren.

— Events von und mit Mayflower —

Du möchtest uns auf einem Event kennenlernen? Wir veranstalten regelmäßig Meetups und sind auf Konferenzen als Speaker vertreten oder als Sponsor vor Ort. Auf unserer Veranstaltungsseite findest Du die nächsten Termine.

Austausch auf Augenhöhe

Die Herausforderungen sind also vielfältig und im fachlichen Austausch liegt der gemeinsame Nenner, mit dem man ihnen begegnen kann. Der gute alte Blick über den Tellerrand, gerne mit Fokus auf ähnlich gelagerte Herausforderungen aus der eigenen Branche. Wie lösen eigentlich andere solche gemeinsamen Probleme? Welche Fettnäpfchen (oder harte Fehlentscheidungen) kann ich selbst vermeiden, weil andere diesen Weg bereits dokumentiert haben?

Das sind Fragen, mit denen man sich auf einem branchenspezifischen Barcamp sehr gut auseinandersetzen kann. Dort findet sich ein gleichgesinntes Publikum, das sich zwar für das gemeinsame Thema (hier: Softwareentwicklung) interessiert, dabei aber einen weiten Horizont aufspannt – was einen übergreifenden Blick über die Plattform den Tellerrand sinnvoll ermöglicht.

Ein solches Barcamp, ich habe es eingangs schon angesprochen, organisieren wir derzeit – das Developer Camp. Sicherlich gibt es ähnliche Veranstaltungen, das Developer Camp haben wir hier speziell auf die Anforderungen von Softwareentwicklern ausgelegt. Wir machen das nicht in erster Linie, um für uns zu werben – vermutlich werden die wenigsten Teilnehmer wissen, wer eigentlich namentlich hinter der Organisation des Barcamps steckt. Eher noch sind die Sponsoren bekannt, die es uns mit ihrem Engagement erlauben, dass wir uns unbehelligt um die Organisation kümmern können.

Nein, wir nehmen uns der Veranstaltung an, um eben diesen praxisnahen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Hier bringen wir Ansprechpartner zusammen und hier lernen wir viel über die aktuellen Herausforderungen, die uns in der Softwareentwicklung begegnen. Wie lassen sich bestimmte Technologien noch effizienter nutzen? Wie können wir unsere Arbeit mehr agil organisieren? Welche Modelle sind für eine bestimmte Herausforderung besonders vielversprechend? Was kann die Softwareentwicklung von der Produktentwicklung lernen?

Themenspektrum: Von Ansible und Alexa über DevOps bis Web-Apps

Die Fragen klingen noch zu abstrakt? Hier ein paar Vorschläge, die Teilnehmer für das kommende Barcamp in Nürnberg ganz echt vorbereiten*

  • Eine schnelle Entwicklungs-VM aufsetzen mit Vagrant und Ansible
  • Funktionale Programmierung in JS
  • Lego spielen: Product Owner Challenge Game (Kommunikation zwischen Entwickler-Team und PO/PM verbessern)
  • TypeScript – ein praktischer Einstieg anhand der Realisierung einer HTML5-Spiele-Engine
  • Architecting a web app to „just work!“ offline
  • Web-Apps ohne Laufzeitfehler erstellen  – mit Elm
  • Hallo Alexa! 101 Skillentwicklung für Amazon Echo/Alexa (Fokus Heimautomatisierung)
  • TDD vs. Velocity: Testen für Startups und andere Organisationen mit hoher Innovationsgeschwindigkeit
  • NoOps: Serverless infrastructure that lets you sleep. How I use AWS (Route 53, CloudFront, API Gateway, Elastic Beanstalk, ElastiCache, Lambda, SES, S3), Travis and GitHub
  • CTO ist auch nur ein fancy Begriff dafür, der einzige Techie im Team zu sein: Rückblick auf 5 Jahre Startup-Erfahrung
  • Automating library releases and dependency management in JavaScript
  • Wir bauen ein serverless REST-API mit AWS
  • Ansible als Werkzeug – erweiterte Einsatzmöglichkeiten neben dem Konfigurationsmanagement
  • Micro-Apps – Ein praktischer Angriff auf den Monolithen
  • OData-Verbindung von und zu PHP-Applikationen
  • Echtzeit-Datenabfragen an der Grenze zu Big Data

*Das besondere an einem Barcamp: Die Sessions gibt nicht irgend ein Advisory Board vor, um damit einer versteckten Agenda nachzukommen. Auf einem Barcamp bestimmen die Teilnehmer selbst, was diskutiert wird. Auch das Format können die Teilnehmer vor Ort selbst bestimmen – ob Vortrag, Diskussionsrunde oder handfester Workshop; das was für die individuelle Fragestellung passend ist, ist erlaubt. Whiteboards, Beamer, Tische und Technik stehen flexibel zur Verfügung. So ist ein Barcamp immer ganz nah dran am konkreten Bedarf seiner Teilnehmer und bietet wirklich praktischen Mehrwert.

Das klingt spannend? Für unser kommendes Barcamp am 17. und 18. Mai in Nürnberg sind noch ein paar letzte Tickets zu haben. Und wenn das Konzept generell interessant ist, mein Tipp: haltet auf Meetup und anderen Verzeichnissen Ausschau nach einem Barcamp für Euren Branchenschwerpunkt, sucht den Austausch nicht nur mit Kollegen, sondern auch mit anderen Unternehmen – und wagt ihn, den Blick über den Tellerrand.

 

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3 Gedanken zu “Was hat es mit diesen Barcamps auf sich?

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