Spendenorganisationen 2021: Ärzte ohne Grenzen e.V.

Die ersten Meetups des Jahres 2022 der AgileUG haben stattgefunden – und es ist noch eine Menge geplant für dieses Jahr. Bevor wir uns aber voll und ganz auf das 2022 konzentrieren, werfen wir doch nochmal einen Blick zurück auf die Spendenaktion des vergangenen Jahres.

Die Community entscheidet

Jedes Quartal dürft ihr als Teil der Community mitentscheiden, welche Hilfsorganisation mit den Spendentickets „Give a Pledge“ unterstützt werden sollen. Wenn ihr mehr über die Spendenaktion des letzten Jahres erfahren wollt, haben wir einen Blogbeitrag mit einer Übersicht veröffentlicht.

In dieser Blogartikel-Reihe möchten wir den Fokus auf die einzelnen Hilfsorganisationen legen und Ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Arbeit zu berichten.

Wer sind die Menschen hinter den Spendenorganisationen, wofür wird der gesammelte Betrag verwendet und was treibt die Hilfsorganisationen an? Diese und weitere Fragen haben wir den jeweiligen Hilfsorganisationen gestellt. Und spannende, teils überraschende Antworten erhalten.

Ärzte ohne Grenzen e.V.

Dazu haben wir schriftliche Interviews geführt, die uns einen tieferen Einblick in die Arbeit der Organisation geben sollen. 

In diesem Blogbeitrag lassen wir die Spendenorganisation  „Ärzte ohne Grenzen e.V.“ zu Wort kommen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Christian Katzer, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen e.V., für die Beantwortung der Interview-Fragen.

Wer sind Sie und wofür setzen Sie sich ein?

Ärzte ohne Grenzen leistet weltweit medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten, bei Epidemien und nach Naturkatastrophen. Wir helfen schnell, effizient und unbürokratisch – ohne nach Herkunft, Religion oder politischer Überzeugung der betroffenen Menschen zu
fragen.

Unsere Teams bestehen aus Ärzt*innen und Pflegekräften, Hebammen, Finanzexpert*innen und Logistiker*innen, sie arbeiten aktuell in mehr als 70 Ländern weltweit. Wir behandeln kranke und verwundete Menschen, kümmern uns um mangelernährte Kinder und sorgen für sauberes Trinkwasser und Latrinen.

Was ist Ihre Motivation?

Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. In Kriegen oder anderen politisch motivierten Krisen ergreifen wir keine Partei – außer jener für notleidende Menschen. Dass es ihnen besser geht, das treibt uns an.

Nehmen wir die Krise an der Grenze zwischen Belarus und der EU als Beispiel: Dort werden Menschen als politisches Druckmittel eingesetzt. Das ist aus unserer Sicht absolut inakzeptabel. In Interviews und Gesprächen mit Politiker*innen machen wir auf die Lage dieser Menschen aufmerksam, die zum Teil unter katastrophalen Bedingungen bei eisigen Temperaturen in Wäldern leben.

Auch im Zuge der Ukraine-Krise beobachten wir derzeit große Flüchtlingsströme. Mehrere Hunderttausend –  UNHCR geht derzeit von bereits einer Million Flüchtlingen aus – suchen derzeit Schutz in den Nachbarländern, wie Polen, der Republik Moldau und der Slowakei.

An den polnischen Grenzübergängen sehen die Teams Menschen, die die Grenze zu Fuß, in Autos und Bussen überqueren. Einige von ihnen sind mit Kindern und Babys unterwegs, von denen die jüngsten nicht einmal 25 Tage alt sind. Viele der Flüchtenden sind müde und erschöpft. Sie berichten, dass sie an der Grenze bei eisigen Temperaturen stundenlang in Warteschlangen ausharren mussten. Einige waren dehydriert und andere litten an Unterkühlung. Ärzte ohne Grenzen hat in einem polnischen Empfangszentrum Hilfsgüter zum Bau von Notunterkünften zur Verfügung gestellt und arbeitet daran, die Unterstützung auszubauen.

Wir leisten humanitäre Nothilfe, wo es möglich ist, und fordern die Politik zum menschlichen Handeln auf.

Was war Ihr größtes Erfolgserlebnis?

Ich finde es schwierig, in der Nothilfe von Erfolgen zu sprechen. Denn unsere Arbeit hat immer damit zu tun, dass es Menschen überhaupt nicht gut geht.

Am ehesten fällt mir dazu unsere Medikamentenkampagne ein, die wir 1999 vom Preisgeld des Friedensnobelpreises ins Leben
gerufen haben: Ein wunderbarer Erfolg war zum Beispiel, dass die HIV-Medikamente heute auch in ärmeren Ländern bezahlbar sind. Unsere Teams haben immer wieder mit Aktionen Druck auf die Politik und die Hersteller ausgeübt – sodass wir heute nur noch einen Bruchteil des Preises zahlen und viele Leben dank antiretroviraler Therapien retten können.

Womit können Ihnen Interessierte helfen?

Es gibt viele Möglichkeiten, uns zu unterstützen. Wer dies kann und möchte, kann in unseren Hilfsprojekten mitarbeiten. Natürlich sind Spenden immer willkommen – als Dauerspende, Einzelspende oder man wünscht sich beispielsweise Spenden zum Geburtstag. Es hilft auch
schon, wenn Menschen unsere Nachrichten teilen, unseren Newsletter abonnieren oder uns auf Social Media folgen.

Bei Ärzte ohne Grenzen sprechen wir oft von vergessenen Krisen: Wer in Deutschland weiß zum Beispiel, dass im Südsudan gerade eine massive Überschwemmungskatastrophe herrscht oder dass in der Zentralafrikanischen Republik Hunderttausende Menschen auf der Flucht vor Gewalt leben. Wer darauf aufmerksam macht, was anderswo passiert, hilft enorm.

Wenn Sie als Spendenorganisation einen Wunsch freihätten, welcher wäre das?

Meine ehemalige Kollegin Ulrike von Pilar hat kürzlich gesagt, dass es als Nothilfeorganisation der Traum wäre, sich überflüssig zu machen. Weil das hieße, dass es keine Not mehr gibt. Aber sie sagte auch, dass wir das wohl nicht schaffen werden.

Deshalb wünschen wir uns immerhin innerhalb unserer Organisation, dass wir unseren Weg zu mehr Gleichheit zwischen globalem Norden und Süden noch besser hinbekommen. Alle Mitarbeitenden sollten gleiche Chancen haben, egal ob sie aus einem afrikanischen Land, aus Asien oder Europa
kommen.

Was haben Sie für die Zukunft geplant?

Wir planen die Ressourcen für unsere bestehenden Hilfsprojekte immer im Herbst für das nächste Jahr, also das Budget, die Teamgrößen und auch unsere Ziele. Wenn ich ein Land herausheben muss, würde ich den Jemen nennen, da ich die Projekte dort einige Jahre als Operational Manager verantwortet habe, bevor ich Geschäftsführer der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen geworden bin. Die Menschen dort leiden seit sieben Jahren unter dem Krieg. Wir werden weiter an ihrer Seite bleiben, vor allem unsere jemenitischen Kolleg*innen, die Großartiges leisten.

Es ist bemerkenswert zu sehen, wo die Organisation „Ärzte ohne Grenzen e.V.“ auf der ganzen Welt hilft und mit ihrer Arbeit versucht, Menschen in Not zu unterstützen. 

Weitere Informationen rund um die Organisation und alles rund um Spenden findet ihr auf der offiziellen Seite.

Schaut doch gerne mal vorbei!

An dieser Stelle bedanken wir uns auch nochmal bei allen, die ein Spendenticket gekauft haben, sodass wir mit unserem gesammelten Betrag Ärzte ohne Grenzen bei ihren vielen Projekten unterstützen können. 

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