IPC Spring Edition 2012: Der Versuch einer Zusammenfassung, stattdessen aber kunterbuntes Allerlei

Ursprünglich dachte ich, der Bericht wäre nur für unser internes Blog geeignet, da er zu viel eigene Meinung enthält. :) Aber Johann meinte „Wieso, ist doch interessant?“

Hier also – unsortiert das, was davon im Gedächtnis geblieben ist (es gab natürlich noch viel mehr, zum Beispiel diese Party in der Münzstraße… aber das ist nicht so interessant) – ein nochmals leicht überarbeiteter Bericht über die IPC Spring-Edition 2012. Diese fand vom 03. bis 06. Juni in Berlin statt. Ich war vom 5. auf den 6. Juni dort, das war auch mal wieder notwendig, denn das letzte mal war ich 2009 auf einer IPC gewesen.

Montag, 17 Uhr

Ich fuhr schon am 04. Juni früh mit dem Zug nach Berlin, hab im Zug und Hotel gearbeitet. Dann gemütlich Kaffee getrunken und wir sind dann zum Maritim-Hotel in der Friedrichstraße gewandert.

Nach der Anmeldung komme ich mir ehrlich gesagt vor wie eine Werbefigur. Zu diesem Bild tragen im wesentlichen zwei Bestandteile bei:

  • eine Tasche, um den ganzen „Werbemüll“ aufzunehmen. Ok, das war schon immer so. Aber ich stell das mal in Frage. Bei diesem Modell ist von Design oder praktischem Nutzen keine Spur mehr. Ich denke jetzt an die ganzen anderen IPC-Taschen, die ich bei mir im Keller stehen habe. Meine Schwester meinte neulich dazu, die wären echt super um die ganzen Baby-Sachen rumzuschleppen. Aber mehr als zwei brauchte sie dann auch nicht. :) Die neue Tasche ist dafür zu klein. Hm. Wenn der Aufdruck weg wäre, ginge sie vielleicht als (I)Pad-Schlepper durch …
  • Das, was am „Halsband“ (Lanyard) unterhalb der Eintrittskarte dranhängt. Die Plastikhülle mit meinem Namen ist durch die Werbeaufdruck-Erweiterung deutlich „verlängert“ worden. Daher ist auf der Herrentoilette vorsicht angesagt. Ich schneide bei meinem die Werbeerweiterung vorsichtshalber ab. Die anderen lästern nur, sie hätten keine Probleme damit. Aber die sind ja auch viel größer als ich.
    Hmpf.

Also, man sollte das natürlich nicht allzu ernst nehmen. Um Gottes Willen, nein. Aber meine Gedanken kann ich da einfach nicht zurückhalten: Ich frage mich, wofür ich da werbe? Auf der IPC für die IPC zu werben macht ja keinen Sinn. Und danach? Man kann die Taschen praktisch nicht weiternutzen. Also wofür werbe ich? Wäre eine hochwertige Stoff-Tasche (so mit langem Bändel, die man über die Schulter hängen kann) nicht viel sinnvoller, weil dort würde ich so einen Werbeaufdruck vielleicht sogar akzeptieren, wenn er hübsch ist. Ist so eine Änderung überhaupt möglich, oder würden sich dann nicht wieder andere beschweren, warum man diesmal keine Tasche bekommt?

Schön fand ich die Menge der Stände. Da würde ich in den Pausen eine Menge zu tun haben. Dazu später mehr.

Dienstag

Erster Eindruck: Die Konferenz ist nicht mehr das, was sie mal war.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Das Lachende: Vor 12 Jahren war ich auf der ersten PHP-Konferenz in Köln. Es gab, glaube ich, nur acht Vorträge, in den Pausen konnte man T-Shirts kaufen. Unter 200 Teilnehmern waren nicht viele, mit denen man sicht über relevante Themen unterhalten konnte und die meisten (ich auch) prahlten damit, was für tolle Projekte sie gemacht hatten.

Da ist hier doch wesentlich mehr geboten.

Das Weindende: Vor 12 Jahren war eine Wahnsinnsstimmung. New Economy, nur ein Saal, acht Vorträge, es wurde hoffnungslos überzogen.

Aber das Niveau! Also ganz ehrlich: Das durchschnittliche Niveau war damals deutlich höher als heute. Das konnte ich sofort anhand der Vortragsthemen ablesen. Von den PHP-Themen war an den zwei Tagen kein einziges für mich interessant. Vielleicht mag es an mir liegen, vielleicht hatte ich auch einfach nur Pech. Vielleicht ist das auch dem Publikum geschuldet? Ich hatte jedenfalls nach einem halben Tag den Eindruck, dass das Publikum deutlich heterogener zusammengesetzt ist als damals und das hat im Lauf der Jahre zugenommen. Das ist natürlich ein Trend, der wohl nicht zu vermeiden ist. Dafür hat auch die Akzeptanz untereinander zugenommen. Ein Manager ist nun nicht mehr unbedingt als Schlipsträger verschrien, da sind doch sehr Fähige darunter. Und ein Programmierer ist nicht mehr nur eine Drone, sondern muss oft selbst schauen, wie die Arbeit am effektivsten erledigt wird.

Aber kein einziger für mich interessanter PHP-Vortrag? Am Vortag wären interessante Dinge gewesen, aber Dienstag/Mittwoch absolute Flaute.

Von den Vorträgen her waren die zum „Agile Day“ deutlich interessanter für mich. Besonders hervorheben möchte ich war Kanban bei Jjimdo. Dazu aber mehr in einem anderen Blogeintrag!

Mittwoch

Eigentlich hatte ich Urlaub, ich wollte aber noch ein paar Vorträge mitnehmen.

Ich war in zweien, aber – ganz ehrlich – ich konnte aus denen wirklich nichts Neues für mich ziehen.

Stattdessen hab ich die Leute am MySQL-Stand mal gefragt, wie sie sich denn die zukünftige Entwicklung von MySQL vorstellen. Dazu muss man sagen, dass es zu MySQL zwar sehr interessante Vorträge von Ulf Wendel gab, aber für mich hörte sich das einfach noch zu sehr nach „Gestopfel“ an (sorry, das ist eben nur meiner erster Eindruck). Weil da ist nichts, wofür ein professioneller Entscheider den Punkt sehen könnte, MySQL statt was anderem zu nehmen. Vielmehr schreckt das eher ab. (Das ist nicht gegen Ulf, der kämpft da nämlich gegen Windmühlenflügel.)

Ich kam dann – weil meine Argumente nicht so richtig ankamen – so richtig in Fahrt und griff das Thema Dokumentation auf. Die Dokumentation in MySQL ist ja eigentlich sehr gut. Es steht alles drin. Das Problem: Man findet es nicht! Die fehlende ordentliche Suchmaschine ist nur ein Teil des Problems; ich möchte zum Beispiel auf ein Keyword in der Syntax des SELECT-Kommandos klicken und bin unten im richtigen Abschnitt und muss mich nicht durch ellenlange Texte quälen, bei denen die Suchfunktion des Browsers nix bringt und konnte das durch einige Beispiele auch belegen.

Als ich mich dann fertig ausgekotzt hatte, sah man mich nickend und sehr nachdenklich an. Ich hoffe mal, meine Kritik kommt an die richtigen Stellen, weil sonst sehe ich in zwei Jahren nicht, wozu man MySQL noch in neuen Projekten einsetzen sollte.

… und das von mir, wo ich MySQL seit 16 Jahren aktiv nutze… hachja…

Fazit

Für Profis hat das, was zu PHP auf der Konferenz geboten wird, nur noch am Rande Relevanz. Interessant sind die Leute! Ich hab doch mit einigen sprechen können und von denen weit mehr mitgenommen, als von den Vorträgen. Warum verzichtet man nicht einfach auf die Vorträge und macht stattdessen nur Pause? :)

[Und wer mich nicht so kennt: Das ist alles Kritik auf hohem Niveau.]

Was mir gut gefallen hat, war die Location. Ok, sie ist nicht besonders Ideal. Die Luft ist übel, es herrscht eine gewisse Platznot. Aber, hey, Berlin!

Ist das nicht toll, wenn man aus dem Hotel rausgeht und man steht in der Friedrichstraße, wo das Leben pulsiert?

Für neue Blogupdates anmelden:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.