MayDay, MayDay! Slacktime bei Mayflower

MayDay, MayDay!

Natürlich ist dies eine Wortspielerei, die bei Externen eine entweder irritierte oder schmunzelnde Reaktionen hervor ruft. Tatsächlich wollen wir keinen Notruf absenden, sondern deutlich machen, dass unsere Form der Slacktime ein Slackday in Mayflower ist. Dieser Slackday wurde Mayday getauft und findet nun schon seit über einen Jahr regelmäßig jeden zweiten Freitag statt.

Mit diesem, letzten Beitrag in der Adventsblog-Reihe beschreiben wir, welche Fragen uns rund um die Slacktime beschäftigt haben und wie der Mayday in der jetzigen Form entstand.

Unser Slackday ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern hat in seinem Vorläufern eine lange Tradition. So gibt es bei Mayflower schon seit nun sechs Jahren den Donnerstagsvortrag, bei dem spannende Talks rund um Webentwicklung und agilem Management gezeigt und diskutiert werden. Zu den freien Donnerstagsvorträgen sind stets Externe gerne gesehen, Mayflower spendiert hierzu klassisch Pizza und Bier.

Für Themen, die eine längere und komplexere Diskussion benötigen (gerne auch mit „Hands-on“, um Sachen selbst aus zu probieren oder zu trainieren) haben wie die monatlichen Freitagsworkshops installiert – einmal im Monat wird ein Workshop oder Training durchgeführt. Und natürlich haben wir noch unsere legendären Barcamps anzubieten – mehrere Tage trifft sich die gesamte Firma, um an selbstgewählten Open-Source-Projekten zu hacken. Aus diesen Barcamps sind bereits mehrere spannende Contributions in die Community zurück geflossen.

Jedoch hatten wir weiterhin das Gefühl, dass wir ein Format benötigen, das mehr Freiheit und Flexibilität erlaubt, um sich der Weiterentwicklung und Innovation zu widmen. Von anderen Firmen war uns das Konzept der Slack Time bekannt, die wir nun auch bei Mayflower installieren wollten. Nach einer längeren Diskussion mit mehreren internen Blogbeiträgen, Threads in unserem Firmenchat und Gesprächen an der Kaffeemaschine haben wir uns entschieden, jeden zweiten Freitag zum MayDay zu ernennen.

Damit haben wir uns bewusst gegen eine individuelle Inanspruchnahme von slack time für jedes Crewmitglied entschieden, sondern setzen auf die Wirkung einer konzentrieren Teamleistung an einem einzigen Tag.

Eine weitere wichtige Frage war, ob wir inhaltliche Vorgaben für die Projekte oder Gestaltung der Slacktime am Mayday machen wollen – oder ob wir auf die volle Autonomie der Teilnehmer setzen und damit der Kreativität und Sinnhaftigkeit den kompletten Raum geben.

Gestartet haben wir die Serie der MayDays im September letzten Jahres. Seitdem kümmert sich eine eigene Community of Practice (CoP MayDay) um die Gestaltung und Durchführung der Maydays.

Wie läuft nun ein Mayday auf der Mayflower ab?das reicht von der Weiterentwicklung bestehender Open-Source-Projekte über die Idee von Hacks und Sparks auf unbekanntem Terrain, zu Miniworkshops und der Entwicklung von Prototypen. Alle können (müssen aber nicht) sich als Interesenten auf ein Thema eintragen. Wenn möglich, wird auch die benötigte Entwicklungsumgebung vorab in Eigenarbeit aufgesetzt, um am Mayday möglichst wenig Zeit mit der Konfiguration zu verlieren.

Der MayDay selbst startet um 9 Uhr mit einer Konferenzschaltung zwischen den Standorten – ein Facilitator sorgt dafür, dass alle Projekte kurz und prägnant vorgestellt werden. Anschließend suchen sich alle Teams einen Raum, in dem sie an ihrem Projekt arbeiten. Mittags wird entweder zusammen gekocht oder ein Lieferservice bringt Finger Food für ein gemeinsames Mittagessen. Um 16 uhr finden wir uns wieder zusammen, um die Ergebnisse des Tages den Kollegen und Kolleginnen vorzustellen. Zum Schluss wird per Handzeichen das beste MayDay-Projekt gewählt und als „Heavyweight Champion“ gekürt!
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Dieses Blogposting stellt den Auftakt für eine Reihe von Artikeln über den MayDay bei Mayflower. Er entstand als „Peer Writing“ zwischen Martin Ruprecht (Navigator) und Albrecht Günther (Driver).

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und angenehme Tage!

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4 Gedanken zu “MayDay, MayDay! Slacktime bei Mayflower

  1. Interessante Idee. Ich kenne die Slacktime von meinem Job, bei dem wir wöchentlich 2h Slacktime haben, sofern es die Auslastung zulässt.

    Müssen die Projekte an einem Slackday abgeschlossen sein, oder habt ihr auch Projekte, die über mehrere Slackdays hinweg entstehen?

    • Hi Roman,

      nein, die Projekte können durchaus auch über mehrere Slackdays laufen. Vor allem dann, wenn man größere Projekte hat, in denen man sich mit neuen Technologien und Herangehensweisen auseinandersetzen muss, ist es meist so, dass man mit nur einem Slackday kaum auskommt.

      Es liegt dann natürlich auch in der Verantwortung der Teams sich so zu organisieren, dass sie die Arbeit an ihren Projekten nach zwei Wochen Pause wieder aufnehmen können und das ganze so aufbereiten, dass eben auch dann noch ein Lerneffekt besteht. Bisher scheint das aber alles ganz gut zu klappen, ob jetzt einfach nur 1-Tages-Workshop oder Dauerprojekt.

      Das schöne am Mayday, wie ich finde, ist, dass man darf und nicht muss. Ich meine mich zu erinnern, dass wir Anfangs durchaus Diskussionen darüber hatten, ob so viel Freiheit nicht nur dazu führt, dass die Leute sich einfach einen locken Tag machen – in der Praxis haben wir das bisher aber nicht beobachten können.

      Das ist vielleicht auch so ein Punkt, dieses Loslassen können. Ich möchte meinen, dass es für nicht wenige Unternehmen, die eine Slacktime in Betracht ziehen, außerhalb der Comfort Zone liegt;-) Ich denke, es lohnt sich.

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