IPC Spring 2013: Ein Rückblick, ein Ausblick

Agile Methoden, Responsive Design und jede Menge JavaScript standen im Mittelpunkt der diesjährigen International PHP Conference Spring 2013. Damit hofften die Veranstalter auf rund  900 Teilnehmer – ganz so viele werden es zwar nicht gewesen sein, aber alles in allem hat das Programmkomitee ein solides und gut betreutes Event auf die Beine gestellt. Für Mayflower als Aussteller und unsere Speaker machte die IPC mit überraschend viel Feedback und Networking dabei einen mehr als guten Eindruck – für Mayflower als Teilnehmer und Konferenzbesucher ließ sie aber auch wichtige programmatische Details vermissen.

Ein kleiner Rück- und Ausblick auf das „Familientreffen“ der PHP- und Webentwickler-Szene.

Die Konferenz

Die IPC ist irgendwie schon immer dabei. Seit inzwischen rund 13 Jahren greift die Veranstaltung aktuelle PHP-Themen auf, wechselnde Schwesterkonferenzen ergänzen das Programm. Seit 2009 wird sie dabei im Sommer von der webinale begleitet (deren Wurzeln wiederum auf die eher weniger technischen Themen der alten Ajax in Action zurückgehen). Worauf ich hinaus will: Was damals mit einem starken technischen Fokus auf Webentwicklung mit PHP begann, ist heute eine recht differenzierte Konferenz für Systemhäuser und Agenturen, für Entwickler und Design-Entscheider.

Mayflower auf der IPC/webinale
Johann-Peter Hartmann
Management Brainfucks (Slides)
Performancemessung, jetzt in echt (Slides)
Sebastian Springer
Real Time Web Applications mit HTML5 und JavaScript
Einführung in Node.js
HTML5-JavaScript-APIs
Martin Ruprecht
Pair Programming Mythbusters: Abseits aller Vorurteile (Slides)
Webinare & Vorträge
… finden Sie in unserem Webinar-Archiv und drüben auf Slideshare.

Das passt auf der einen Seite recht gut. Webentwicklung setzt längst nicht mehr nur PHP-Kenntnisse voraus – Developer müssen sich ebenso gut mit JavaScript, Deployment und diversen Zielplattformen auseinandersetzen, Designer mit den UX- und UI-Feinheiten mobiler Devices und alle zusammen mit agilen Vorgehensmodellen in ihren Projekten. Das alles bietet das Konferenzpaket, und auch wenn man nicht ganz die erwarteten 900 Teilnehmer für sich gewinnen konnte, gut besucht war die IPC/webinale in diesem Jahr allemal: erstmals gingen an unserem Stand über 1.000 Becher Kaffee über die Theke (#1000 war ein Schoko-Cappucchino, und zwar ein sehr leckerer) und an der Lounge rissen die Fachgespräche mit den Besuchern praktisch nie ab. Gutes Feedback gab es auch für unsere Sprecher (Johann-Peter Hartmann, Sebastian Springer und Martin Ruprecht), alles in allem gab es aus unserer Sicht also mehr als ausreichend „Beef auf dem Teller.“

Foto vom Kaffee, Nummer 1000

Die #1000: Ein leckerer Schoko-Cappucchino. Nebenbei wurden über 45 Liter Milch und mehr als 100 Liter Wasser in unsere Kaffeevariationen verwandelt.

Etwas meckern muss ich aber dennoch. Zumindest der IPC-Teil der Konferenz läuft nicht ganz zu unrecht unter dem Beinamen „Familientreffen.“ Man kennt sich, man trifft sich und frischt die alten Freundschaften auf. Man sieht aber auch seit gefühlt 10 Jahren immer die gleichen Gesichter. Und aus Freundschaften wurden Seilschaften – rund ein Drittel der IPC werden heute von Qafoo, thePHP.cc und Mayflower bestritten. Wir sind alles Spitzenfachkräfte, keine Frage, aber das können doch nicht alle auf dem Markt gewesen sein? Und beim Blick auf die webinale stolpere ich auch über die üblichen Verdächtigen –  fast ein Drittel der Sprecher tingelt mit dem gleichen Programm durch die Branchen-Events. Wer nur einmal im Jahr eine Konferenz besucht, wird sehr gut damit leben können. Wer mehrere Konferenzen im Jahr zur Auswahl hat, hat sich da schnell satt gesehen.

„Schön, dass ihr hier wart, hat niemandem weh getan.“

 

Noch schwieriger kann ich das Programm an sich einschätzen (und dabei mache ich den Veranstaltern keinen Vorwurf!) – so sehr ich bunte Mischungen auch schätze, wer soll sich das anschauen? Für Spezialisten zu vieles zu allgemein, für Generalisten zu vieles zu speziell und für diejenigen dazwischen kein roter Faden. Man hat das Gefühl, die Konferenz ist über die Jahre gewachsen und hat auf dem Weg ihr Profil verloren. Motto: „Schön, dass ihr hier wart, hat uns gefreut, hat niemandem weh getan.“ Das müssen sich auch ein, zwei der kleineren Aussteller gedacht haben, die ihre Standflächen öfter mal einfach unbesetzt gelassen hatten.

Daran muss sich eine Traditionskonferenz doch messen lassen im Vergleich mit den vielen, oft Community-getriebenen und im Verhältnis günstigen Fachkonferenzen, die sich mit passioniertem Programm, qualifizierten Organisatoren und einfach richtig Leidenschaft einen Namen gemacht haben. Mehr Biss, bitte!

Ausblick

Damals galt die Konferenz im Frühling als das kleinere Konferenzpaket, die IPC im Herbst war die große Schwester mit mehr Programm und mehr Teilnehmern. Ab diesem Jahr wird sich das alles etwas verschieben – wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat sich die Frühjahrsveranstaltung in Berlin inzwischen zum umfassenderen Event gemausert. Sicherlich auch, weil Berlin als Standort, vor allem für die junge Entwickler-/Start-up-Szene besonders interessant ist.

Die kommende Herbstkonferenz im Oktober zieht jetzt erstmals nach München um. Eine kleinere Location verspricht ein gemütliches Beisammensein und München an sich hat ja auch etwas (zufällig hat Mayflower dort unten eines seiner Hauptquartiere, wir werden uns also auch etwas Besonderes zur IPC einfallen lassen). Ich bin gespannt, ob man das Profil im Zusammenspiel mit der WebTech Conference hier wird schärfen können. Vielleicht gibt es sogar mehr englischsprachige Sessions, um auch so richtig „international“ zu sein? Oder etwas bayerisches? Na, sie müssen es mit dem Profil ja nicht übertreiben;-)

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Ein Gedanke zu “IPC Spring 2013: Ein Rückblick, ein Ausblick

  1. Ich fand es auch zweischneidig.

    Ich denke das da wieder Potential da ist für Verbesserungen ist. Bisher hat der IPC jeder Umzug gut getan.
    Mit den Orten hat sich auch das Umfeld entwickelt. Keiner von uns würde nochmals das Material von vor 3 Jahren bringen, weil sich so viel getan hat. Keiner von uns würde das sehen wollen.
    Die Zusammenstellung einer so großen Konferenz ist sicher schwer. Die Häufung der drei Firmen aber ein Problem.
    Ich würde sehr gerne mehr Vorträge von Menschen hören, die das nicht professionell machen. Also das mit dem Vortrag halten.

    Eventuell könnte man ja mal mehr zu zweit machen, es gab ja einige Beispiele wo bei den Vortragenden und bestimmten Themen Redundanz herrschte. Die Holländer helfen sich hier mit einem Unconference Track.

    Ich bin gespannt was kommt,

    p.s. Wenn Mayflower in München nicht eine Riesenparty schmeisst, dann werde ich wütend und male mir ein Schild (ein großes)

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