Deutsche Scrum 2012: Das war sie, Tag 1

Das war sie, die Deutsche Scrum 2012. Ich hatte die Gelegenheit, am ersten Tag vorbeizuschauen und mitzumachen. Das Team rund um Christoph Mathis von improuv hat die Veranstaltung organisiert, gehostet wurde sie in diesem Jahr in Darmstadt bei der Deutschen Telekom.

Der Tag untergliederte sich in zwei Bereiche: im Forum gab es Vorträge, in der Lounge im Eingangsbereich praktische Workshops zum mitmachen.

Welche Themen haben mich besonders interessiert? Spannend war auf jeden Fall das World Café, das gleich zu Beginn den Kontakt & Austausch zwischen den Teilnehmern erleichterte. Drei Runden à 20 Minuten mit jeweils unterschiedlichen Teilnehmern forderten zum Dialog auf. Da mich praktischerweise nicht nur die Dinge interessieren, die funktionieren, sondern im Speziellen die Dinge, die nicht so gut laufen, eröffnete ich einen Tisch mit dem Thema „größte Herausforderung bei der Anwendung/Einführung von Agilen Methoden in deinem Unternehmen“. Puh! Ich freue mich über die Offenheit der Gespräche von Teilnehmern sowohl aus Großkonzernen wie auch aus kleineren Unternehmen.

Mit der Aufdeckung agiler Mythen ging es dann in einem Vortrag weiter. Pierluigi Pugliese spannte einen Bogen aus den Erfahrungen in seiner Rolle als agiler Berater und zog durchaus unterschiedliche Ansichten beim Thema „Timeboxing“ an und sorgte so dafür, dass der Austausch von Meinungen unter den Teilnehmern in Gang kam.

Im Vortrag „Planung in agilen Projekten“ stellte Angelika Drach einige Herausforderungen für Product Owner vor. In einer kurzen Gruppenarbeit mit dem jeweiligen Sitznachbar analysierten wir die Problemstellung von drei Beispiel-POs und schlugen Verbesserungsmaßnahmen für die jeweilige Situation vor. Auch hier blieb mancher Aha-Effekt nicht aus.

Nach der Mittagspause, in der zahlreiche Gespräche zu den Themen Unternehmenskultur bis hin zum Einsatz von DCVS-Systemen und Commit-Mails an alle Teammembers (mit durchaus unterschiedlichen Ansichten hierzu) folgten, widmete ich dem Track in der Lounge.

Mit „Let’s measure market progress!“ führte uns Ralf Westbrock in die Welt des Business Model Canvas und der Lean Startup Methoden ein. Sehr heiter war die Entwicklung eines Produkts in Gruppenarbeit aus der Mixtur zweier Unternehmen – meine Gruppe hatte „Öttinger Bier“ und „twitter“ und entschloss sich, ein cooles Getränk herzustellen, dass die Kommunikation unter Studenten und Managern revolutioniert! Ich bin mir sicher, dass Ihr in Zukunft von „Beat“ eine Menge lesen werdet ;-)

Im Anschluss folgten zwei Kollegen von AutoScout24, die uns Einblick in Effektive Produktarbeit bei AutoScout gaben. Vorgestellt wurde ein Ansatz, wie Lean Startup Methoden implementiert wurden und beispielhaft an einem Kundenfeedback im CallCenter ein neues Produkt (Hervorhebung von privaten Auto-Listings auf der Plattform gegen Gebühr) entwickelt, released und getestet wurde. Interessant hierbei: die aus dem „Product Canvas“ hervorgehenden User Stories werden nicht zwingend en bloc vollständig in die nächsten Sprints eingearbeitet, sondern können sich über viele Sprints hinweg verteilen, da diese User Stories wie alle anderen User Stories auch einer allgemeinen Priorisierung unterliegen.

Danach wurde es nochmal richtig spannend: wie Johnson Controls Scrum in Nicht-Softwareprojekten einsetzt. Heinz Erretkamps stellte sein „Nano Scrum“ Projekt vor, das beispielhaft anhand einer Projektkrise durchdekliniert wurde und dafür sorgte, dass das Projekt dennoch erfolgreich fertig gestellt werden konnte. Anders als in der Softwarewelt hat der Automobilzulieferer in der Teileproduktion keine Möglichkeit, Features sprintweise zu releasen oder gar den vorgegebenen Termin seines OEMs (Auftraggebers, also der Automobilhersteller) zu verschieben.

Damit schloss sich dieser Tag einer durchaus gelungenen Veranstaltung. Am zweiten Tag ging es nochmal weiter mit einem offenen Open Space, einem Marktplatz von Session-Angeboten. Ich freue mich schon auf die Veranstaltung 2013.

Und hier noch die Bilder des Tages:

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